Die Tierwelt Herberstein ist Teil des Universalmuseums Joanneum und der ideale Standort für die Ausstellung zur „Vielfalt des Lebens“. Der Tierpark als Anziehungspunkt für alle, die an Natur und Biologie interessiert sind, ist ein ausgezeichneter Ausgangspunkt für eine Schau zum Thema Biodiversität. Darüber hinaus bietet das angrenzende und einzigartige Europaschutzgebiet Feistritzklamm/Herberstein die Möglichkeit, Outdoor-Naturerlebnisse in die STEIERMARK SCHAU zu integrieren.

Auf dem Gelände der Tierwelt Herberstein entsteht in der 350 Jahre alten denkmalgeschützten Scheune, in der bisher Teile des Gironcoli-Museums untergebracht waren, das Haus der Biodiversität.

Außenstationen zum Haus der Biodiversität

Fünf Außenstationen ergänzen die Ausstellung im Haus der Biodiversität. Sie lenken den Fokus auf ausgewählte Aspekte innerhalb des umfassenden Ausstellungsthemas. Gleichzeitig laden sie Besucher*innen der Tierwelt Herberstein zu einem Besuch im Haus der Biodiversität ein.

Die architektonisch in die Landschaft eingefügten Stationen heben Lebensraumvielfalt, natürliche Netzwerke und die Naturlandschaft Feistritzklamm hervor. Eine Plattform hoch über der Feistritzklamm bietet faszinierende Ausblicke auf eine artenreiche und schöne steirische Landschaft.

Willkommen in der Vielfalt des Lebens

Vor dem Haupteingang zur Tierwelt Herberstein macht ein abstraktes, dreidimensionales und begehbares Relief der Feistritzklamm neugierig auf das Haus der Biodiversität. Dessen Standort und jene der Außenstationen sowie markante Orte wie das Schloss sind hier zu finden. Diese Orientierungshilfe lässt die abwechslungsreiche Strukturierung des Gebietes erkennen, das durch die Feistritz gegliedert wird.

Arena der Lebensräume

Die Lebensraum-Arena lädt dazu ein, die wichtigsten heimischen Großlebensräume und deren Bedeutung kennenzulernen. Die Sitzflächen der in Sektoren gegliederten, mehrstufigen Arena vermitteln markante Fakten zu Funktionen, Gefährdungen und Schutzstrategien. Eingeladen wird zur Diskussion und Verhandlung unterschiedlicher Sichtweisen und Positionen.

Die Arena dient in ihrer beschatteten Lage auch als Entspannungsort für Besucher*innen und kann spielerisch von Gruppen genutzt werden. Spieler*innen können sich beispielsweise bei einem Ökosystem-Quiz zur Beantwortung der aufgeworfenen Frage im richtigen Sektor einfinden.

Netzwerk des Waldes

Hier zieht die Komplexität eines biologischen Netzwerkes Besucher*innen in ihre Mitte. Eine ringförmige Installation aus 33 Holzstelen dient als Informationsträger. Auf ihrer Innenseite zeigt sie ein 360-Grad-Wimmelbild, das biologische Zusammenhänge und Abhängigkeiten innerhalb eines Waldökosystems in Form einer bunten Collage visualisiert. Angelehnt an das World Wide Web wird ein „Wood Wide Web“ mit Fun Facts beschrieben. Beispielsweise stellen Mykorrhizapilze als „Provider“ dem Nährstoffkreislauf Zucker zur Verfügung – über ein undurchschaubares „Darknet“. Insekten kommunizieren mit ihren Wirtspflanzen kabellos mittels Duftstoffen, quasi per „W-Lan“. Als „Systemadministrator“ sorgt der Spitzenregulator Wolf für eine gesunde Ausprägung des Beziehungsgefüges.

Panorama Feistritzklamm

In Kammlage an einer der höchsten Stellen im Gelände der Tierwelt Herberstein werden eine Aussichtsterrasse und ein etwa sechs Meter hoher Turm errichtet. Das „Panorama Feistritzklamm“ wirft neues Licht auf die Natur- und Kulturlandschaft von Herberstein. Jahrhundertelang als Damwildgehege ausgezäunt, entstand hier ein Hotspot der steirischen Artenvielfalt. Wertvolle Strukturen des Europaschutzgebietes Feistritzklamm/Herberstein werden für Besucher*innen mit einem Blick durch Erlebnis-Ferngläser zum ersten Mal erkennbar. Lebensräume, die für bedrohte Tierarten wie die Kleine Hufeisennase oder den Eichenbockkäfer überlebensnotwendig sind, lassen sich von oben betrachten. Es öffnet sich ein Blick auf urwaldartige Alteichen, Schlucht- und Hangmischwälder sowie Felstrockenrasen der Feistritzklamm. Manches, was hier nach Auflassung des Geheges wächst, beeinträchtigt allerdings die Biodiversität. Mit der Beweidung durch Ziegen soll etwa das Aufkommen von Robinien zukünftig reduziert und so ein wichtiger Beitrag zum Naturschutz geleistet werden.

Forschungsmobil

Eingebettet in eine fantastische Naturkulisse am Fuß des Schlossfelsens Herberstein, zwischen der frei fließenden Feistritz und den angrenzenden naturnahen Wäldern, wird eine mobile Forschungs- und Beobachtungsstation betrieben. Sie beherbergt verschiedene einfache Geräte zur Untersuchung und Beobachtung der biologischen Vielfalt. Hier sollen sowohl Schulklassen als auch andere Gruppen und Einzelpersonen in Form von Workshops betreut arbeiten. Der Ort dient außerdem als Anlaufstelle und Ausgangspunkt für Exkursionen und naturräumliche Wanderungen in die unmittelbare Umgebung. Großgeschrieben wird Citizen Science, also Naturbeobachtung durch Lai*innen, wobei im Gebiet gewonnene Daten im Haus der Biodiversität präsentiert und weiterverarbeitet werden. Im Winterhalbjahr soll die mobile Forschungsstation tageweise auf Tour gehen und in Städten der Oststeiermark ein Programm zur regionalen Biodiversität anbieten.

Projektleitung: Wolfgang Paill (Naturkundemuseum)

Projektkoordination: Patricia Wess (Volkskundemuseum)

Kuratorenschaft Haus der Biodiversität inkl. Außenstationen: Sandra Aurenhammer (Ökoteam), Thomas Frieß (Ökoteam); Wolfgang Paill (Naturkundemuseum)

Kuratorische Assistenz Haus der Biodiversität inkl. Außenstationen: Natalia Frühmann (Naturkundemuseum), Michael C. Niki Knopp (Naturkundemuseum)

Architektur, Gestaltung & Grafik Haus der Biodiversität inkl. Außenstationen: Benedikt Haid, Jakob Kuba Jakubowski, Heidi Pretterhofer, Michael Rieper